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Friedrich-Wilhelm Marquardt
Theologie in der bürgerlichen Gesellschaft
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Vorlesung im Wintersemester 1975/76 an der Freien Universität Berlin,
aus dem Manuskript rekonstruiert und herausgegeben von Andreas Pangritz
unter Mitarbeit von Juliane Jäntsch

Cover Schleiermacher Aus dem Inhalt:
Der Schleiermacher der Romantik
Der Fall Lucinde
Sexualität und Ästhetik
Schleiermacher und die Judenfrage
Konstitutionsprobleme des bürgerlichen Subjekts

Unsere Aufgabe in diesem Semester, dies typisch Protestantische vor allem an Schleiermacher zu erörtern, d. h. in der Übergangsphase von der »bürgerlichen Gesellschaft« zur Bildung der »großen Bourgeoisie« in Deutschland; vielleicht daß daraus weitere Gliederungsgesichtspunkte für das weitere 19./20. Jahrhundert sich ergeben.

Man muß die Theologie im bürgerlichen Zeitalter analysieren, um die historischen Bedingungen der theologischen Methodenbildung in diesem Zeitalter erkennen zu können und so dasjenige distanzierte und zugleich engagierte Verhältnis zum eigenen theologischen Ansatz zu gewinnen, das relativ aufgeklärt beginnen kann. Als Theologe der Gesellschaft hat Schleiermacher sich so ernst genommen, daß er gegen den biblischen Gottesbegriff der Partikularität und geschichtlichen Gegenständlichkeit einen von vornherein gesellschaftlichen Gottesbegriff gewählt hat. Sowohl im Begriff des Universums (in den Reden) wie im späteren Begriff »schlechthinniger Abhängigkeit« in Spannung zu »schlechthinniger Leichtigkeit« oder »schlechthinniger Freiheit« hat er die Kategorien gesellschaftlichen Bewußtseins seiner Zeit (Universum) und dann der realen gesellschaftlichen Dialektik zu Strukturbegriffen für »Gott« gemacht.

Das ist das Problem und die Gefahr aller politischen, gesellschaftsbewußten Theologie: daß sie den Zweck gesellschaftlicher Relevanz (sei es hermeneutisch als Verstehen, sei es politisch als Praxis und Handeln) der freien Selbstbewegung des Gegenstandes vorschaltet, daß sie dem Herrn »Wege bereitet« nach eigener Verkehrsordnung, nach der Verkehrsordnung der jeweiligen Gesellschaft und daß sie mit einer Selbstbewegung des Gegenstandes, Gottes, nicht mehr rechnet. Er ist ihr längst zu einer Idee, einem Moment des eigenen Bewußtseins geworden und ist lebendig nur noch in Bewußtseinsabhängigkeit.

Friedrich-Wilhelm Marquardt

Herausgegeben von Andreas Pangritz
1. Auflage, Bonn 2012
235 Seiten, 21 cm x 13 cm
ISBN: 978-3-9806216-5-6
Preis: 25,00 Euro (Deutschland)

Rezension dieses Buchs von Dick Boer (Amsterdam)

Biographische Information zum Autor


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Letzte Änderung: 22.10.2017
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